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Dokumentation Internationaler Workshop: "Innovative Organisations- und Managementkonzepte"
12.- und 13. Juni 2001, Bad Honnef
Verbreitung innovativer Organisations- und Managementkonzepte in Europa und den USA
[vgl. auch Folien vom Eingangsvortrag J. Wengel]
 Ergebnisse und Forschungsfragen
Für die Zukunft heißt das:
Bei einem internationalen Vergleich zeigt sich, dass innovative Lösungen der Arbeits- und Organisationsgestaltung bei weitem noch nicht im wünschenswerten Umfang genutzt werden. Deutschland spielt dabei meist keine Vorreiterrolle, aber auch nicht die USA, sondern am ehesten Skandinavien.

Die Verbreitung verläuft je nach Konzept und Rahmenbedingungen unterschiedlich, z.B. haben bis jetzt erst ca. 16 Prozent der Unternehmen in Europa Gruppenarbeit eingeführt. (Deutschland liegt hier mit 15 Prozent an 7. Stelle). Der Trend in den 90er geht hier nach oben. Allgemein lässt sich feststellen, das kleinere Betriebe eher avancierte Formen der Gruppenarbeit eingeführt haben, während mittleren Betriebe unter ihren Möglichkeiten bleiben.

Betrachtet man die Partizipationsmöglichkeiten am Beispiel Qualitätszirkel und Mitarbeitergespräche, haben im Durchschnitt 31 Prozent der Firmen in Europa bereits Qualitätszirkel und 35 Prozent Mitarbeitergespräche eingeführt. (Auch hier hat Deutschland keinen Spitzenplatz und ist sogar Schlusslicht bei den Mitarbeitergesprächen mit nur 20 Prozent.)

(Quelle: EPOC survey 1996. Zielgruppe waren alle Wirtschaftszweige mit Ausnahme der Landwirtschaft.)
Wichtig ist jetzt vor allem, von den Pilotanwendungen wegzukommen und die bereits vorhandenen innovativen Organisations- und Managementkonzepte zu verbessern und weiterzuentwickeln.
Ergebnisse und Botschaften des Workshops
Zusammengefasst von Jürgen Wengel, Fraunhofer ISI
  • Die internationale Perspektive bei der Analyse von innovativen Ansätzen der Arbeitsgestaltung ist außerordentlich fruchtbar und sollte stärker gepflegt werden.

  • Deutschland ist keineswegs ein Vorreiter bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer Lösungen der Arbeitsgestaltung und fördernder Rahmenbedingungen dafür.

  • Eine internationale, multikulturelle Perspektive ist auch in konkreten betrieblichen Veränderungsprozessen zunehmend gefordert. Sei es, dass Arbeitnehmer mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen betroffen sind und zusammenarbeiten. Sei es, dass fremde Unternehmenskulturen im Zuge von Zusammenschlüssen und Aufkäufen (häufig ahnungslos) auf das deutsche Wirtschaftsmodell stoßen.

  • Die gegenseitige Wahrnehmung der Erfahrungen und Aktivitäten im Bereich innovativer Arbeitsgestaltung selbst innerhalb Europas ist noch sehr begrenzt. Aus international angelegten Forschungs- und Modellprojekten wäre aber eine Menge zu lernen.

  • Bei aller Notwendigkeit, Bilanz zu ziehen und wahr zu nehmen, was anderen Orts gegenwärtig passiert, sollte aber auch eine starke Zukunftsorientierung angestrebt werden. Dazu gehören die prospektive Analyse von Gestaltungsbedarfen und die antizipative Entwicklung von Gestaltungslösungen. Ziel sollte eine Pionierrolle für das Programm "Innovative Arbeitsgestaltung" sein.

  • Um eine solche Vorreiterfunktion einzunehmen, scheint es unabdingbar, eine internationale, kulturübergreifende Perspektive prominent in zukünftigen Maßnahmen zu verankern. Denn für innovative Arbeitsgestaltung zentrale Zukunftstrends wie demografischer Wandel, (Arbeitnehmer-)Freizügigkeit in Europa, Fachkräftemangel und Einwanderungsbedarf, Globalisierung und multi- bzw. transnationale Konzerne, die Welt als elektronisches Dorf zeigen die Grenzen rein nationaler Ansätze auf.

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